Für jede Handlung und selbst für jeden Gedanken, den ein Mensch erzeugt, benötigt es eine Motivation zum Handeln. Logischerweise passiert nichts, ohne dass es dafür einen Grund gibt, denn warum sollte sonst überhaupt eine Handlung stattfinden?
Der Mensch unterliegt in seiner Existenz natürlich auch sämtlichen physikalischen Gesetzen, so auch dem Grundprinzip der Physik: actio gleich reactio, Ursache gleich Wirkung. Das bedeutet allerdings auch: die Welt beeinflusst, was ich tue, und ich reagiere auf die Welt.
Sobald ich von der Welt auf eine ausreichende Weise stimuliert werde, erwächst in mir der Wunsch zu handeln. Dann beginnt ein innergeistiger Prozess, der aus dem Impuls zum Handeln eine konkrete Handlung entwickelt.
Das Problem, das wir heute allerdings haben, ist, dass wir nicht mehr den vollen Zugang zu allen Informationen bekommen, die in unserem Unterbewusstsein vorhanden sind, was zu suboptimalen Handlungsentscheidungen führt. Das ist leider ein Nebeneffekt, der auf eine zielgerichtete Erziehung zurückgeht, bei der die Lernerfahrung vorgegeben wird. Dieser Zwang zu funktionieren ist leider auch das gewesen, was uns dazu zwingt, die eigenen Handlungsimpulse zu unterdrücken, denn ansonsten wären wir nicht in der Lage gewesen, in der Schule still zu sitzen oder fleißig zu sein.
Daher kommt bei vielen Menschen die Unfähigkeit, die eigenen Wünsche und Sehnsüchte auf zufriedenstellende Weise umzusetzen - zufriedenstellend insofern, dass es sich am Ende anfühlt, als wäre man erfolgreich gewesen. Objektiv betrachtet kann man zwar alle Ziele, die es überhaupt gibt, erreicht haben, und doch fühlt es sich danach genauso leer an wie vorher.
Genau das ist das Problem: Wenn man nicht mehr erkennen kann, was man als Individuum wirklich für Ziele hat, und stattdessen gesellschaftlich vorgegebene Ideale verfolgen muss, weil sonst nichts anderes bleibt, ist das eigene Leben von außen betrachtet perfekt und innerlich langweilig, leer und vielleicht sogar beängstigend. Typische Beispiele für diese vorgegebenen Ziele sind Geld, Macht, Trophy Relationship, Status, usw... Alles eine Reaktion auf unerfüllte Bedürfnisse, die durch mehr, mehr, mehr auch nicht gestillt werden können.
Und an dieser Stelle kommen wir zurück zu dem Kompass. Goethe nannte es Streben, Schopenhauer nannte es Wollen, und ich würde behaupten, dass sogar der Heilige Geist in der Bibel am Ende auch nichts anderes ist als diese innerste, diese am tiefsten befriedigende Motivation, die ein Mensch in sich überhaupt finden kann.
Man kann diesen Kompass auch als das Ziel hinter den Zielen beschreiben, jene Handlung, die in uns die bestmöglichen Gefühle auslöst. Statistisch lässt sich diese Vorstellung sogar sauber herleiten, da wir in jedem Moment eine bestmögliche Handlung vollführen können. Wenn wir beste Entscheidung an beste Entscheidung hängen, haben wir hier die Definition für das beste Leben.
Die große Frage war bisher allerdings, wie man diese Entscheidung erkennt, ohne die Zukunft zu kennen. Aber auch das ist mit meiner Methode ein gelöstes Problem!